Was konnte ich in den ersten acht Monaten bewirken?

Wenn Sie mich fragen, was ich in den ersten acht Monaten verändern konnte, antworte ich bewusst ehrlich: allein nichts.

Das mag auf den ersten Blick ungewohnt und ketzerisch klingen, doch als Gemeindepräsident lassen sich nachhaltige Veränderungen nur gemeinsam erreichen.
Für mich ist es entscheidend, ein offenes Ohr für alle Fischenthalerinnen und Fischenthaler zu haben. Damit Anliegen offen angesprochen werden, braucht es Vertrauen. Einen grossen Vorteil sehe ich darin, dass ich mitten im Dorf lebe und täglich im Laden sowie an zahlreichen Veranstaltungen in der Gemeinde anzutreffen bin. Der persönliche Austausch ist für mich zentral.

Aktives Zuhören und echtes Interesse an den Mitmenschen sind der Schlüssel, um zu erkennen, wo der Schuh in der Bevölkerung drückt und welche Ideen und Wünsche vorhanden sind. Diese Anliegen gilt es ernst zu nehmen und in konkrete Taten umzusetzen.

Bevor ich ein Vorhaben vorantreibe, stelle ich mir stets zentrale Fragen: Bringt diese Änderung für genügend Menschen einen Mehrwert? Gibt es auch Nachteile oder Verlierer? Und ist das Anliegen finanziell tragbar?
Diese Punkte müssen sorgfältig abgewogen werden. Erst danach bringe ich einen konkreten Vorschlag in den Gemeinderat ein. Oft wird eine Idee zunächst diskutiert und einen Monat später, an der nächsten Gemeinderatssitzung, gemeinsam über die Umsetzung entschieden.

Konkrete Beispiele aus den ersten Monaten
• UHG: Eine zusätzliche Überprüfung, um Aufgaben und Kosten genauer abzuwägen und eine für alle tragbarere Lösung zu finden.
• Wahlveranstaltung: Ein grosser Erfolg mit rund 80 Teilnehmenden. Heute können 23 Kandidatinnen und Kandidaten für 14 Sitze gewählt werden.
• Neujahrsapéro: Wieder ins Leben gerufen und erfolgreich umgesetzt.

Weitere Ziele aus meinem Wahlprogramm

Kommunikation
Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Newsletter heute bereits gut und transparent aus allen Abteilungen über den aktuellen Stand von Projekten informieren. Am Ziel sind wir noch nicht, doch die eingeschlagene Richtung stimmt.

Offenheit und Selbstständigkeit
Ich pflege einen sehr guten Austausch mit den anderen Gemeindepräsidenten im Bezirk. Gute Ideen dürfen und sollen übernommen und sinnvoll implementiert werden. Gleichzeitig ist mir die Selbstständigkeit der Gemeinde wichtig. Diese wird nicht selten von Seiten des Kantons, eingeschränkt. Es gibt Entscheide, die ich umsetzen muss, obwohl ich sie persönlich kritisch sehe, weil das kantonale Recht dies verlangt. Genau hier hinterfrage ich bewusst und kritisch – und manchmal lohnt sich dieser Einsatz sehr.

Organisation der Gemeindeverwaltung
Vielleicht haben Sie bereits gehört, dass wir eine erneute Anpassung der Organisationsstruktur der Gemeindeverwaltung prüfen. Wenn Sie sich an den Kredit erinnern, der vor einigen Jahren für eine Reorganisation gesprochen wurde, mag dies Fragen aufwerfen. Damals wurden die einzelnen Abteilungen sinnvoll neu organisiert. Heute verfügen wir jedoch über zehn Abteilungen, was die Führung und insbesondere Stellvertretungslösungen sehr anspruchsvoll macht.
Die Idee ist daher, künftig fünf klar strukturierte Abteilungen zu schaffen, analog zur Struktur der Ratsmandate. Eine gute Organisation ist die halbe Arbeit. Diese Erfahrung durfte ich über viele Jahre hinweg in meiner beruflichen Laufbahn als Geschäftsführer machen.

René Schweizer, 8. Februar 2026